Warum Dead Man Walking?

Die amnesty international Gruppe 46 versucht seit 1988 sich aktiv für die Menschenrechte einzusetzen. Zu den Aufgaben einer solchen ai – Gruppe gehört es u. a., Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben und damit den Gedanken der Menschenrechte zu verbreiten sowie Geld für amnesty aufzutreiben (z.B. für Unterstützung von Opfern von Menschrechtsverletzungen, Telefon- und Portokosten, Kopierkosten, Aufwandsentschädigungen für Menschenrechtsbeobachter, uvm.).
So wurde im Winter 1999 von den Mitgliedern der Miesenbacher Band Gods of all Emptiness sowie vom Gemeindesekretärs Norbert - Norlee - Grabner und mir, Reini Pöllabauer die Idee geboren, beim alten Festgelände des Gh Kratzer (Kreuzwirt) ein Benefiz –Openair zu veranstalten.
Das Kulturreferat der Gemeinde Miesenbach konnte als Mitveranstalter gewonnen werden.
Der Name für dieses Festival wurde aufgrund von zweierlei Überlegungen gewählt:
Einerseits wegen der geographischen Nähe zum Toten Mann (eine Anhöhe mit legendenumwobener Kapelle in der Nähe der Wildwiese) und andererseits, da eine Hauptforderung von amnesty international die Abschaffung der Todesstrafe ist („Dead Man Walking“ = Ruf des Gefängniswärters beim Gang des Verurteilten zur Hinrichtung).

 

TOTER MANN

Die Sage:
An der Wegkreuzung von Stralleg, Vorau, Ratten, Miesenbach und Wenigzell, auf der alten Römerstraße, steht eine kleine Kapelle. Unter dieser Kapelle, so erzählt man, soll ein Büßer liegen. Dieser wollte vor Zeiten mit seiner Frau von Ungarn aus auf den Knien eine Wallfahrt nach Mariazell machen. Aber auf dem Weg wurde der Mann krank und verstarb in dieser Gegend. Er wurde von mitleidigen Bauern begraben. Sie errichteten später eine kleine Kapelle über seinem Grab. Dort kann man in der Nacht vom 5. auf den 6. Jänner um Mitternacht mit dem Teufel sprechen, wenn man dessen Namen dreimal ruft. Die Frau des verstorbenen Büßers wanderte weiter nach Mariazell; aber auch sie erlag den Strapazen und starb im Mürztal nahe der Ortschaft Frein. Seitdem heißt die Gegend dort auch Totes Weib.



Die Wirklichkeit:
Bei genauerer Betrachtung von Landkarten fällt auf, daß es erstaunlich viele Fluren gibt, die “Toter Mann” heißen. Um viele dieser Orte ranken sich Sagen wie eben die oben angeführte. Aber die Meinung, daß ein Bildstock errichtet wurde, nur weil ein unbekannter Mann an dieser Stelle gestorben ist und dieser deshalb “Toter Mann” heißt, ist unbegründet. Bei “Toten Mann”-Fluren ist immer folgendes anzutreffen: Es sind breite, leicht erreichbare Höhenkuppen mit weitem Rundblick, wo viele Straßen zusammentreffen. Analysiert man die beiden Worte des Flurnamens, zeigt sich, daß TOTA die jüngste Form des keltischen Wortes TEUTO für Volk/Stamm ausdrückt. Das zweite Wort “Mann” ist auf das keltische MAGOS, das Feld, zurückzuführen. TOTA-MAGOS heißt demnach Voks-Feld. Damit ist jener Ort gemeint, den die Germanen Thingstätte nannten. An diesem Platze trafen sich die freien Männer der umliegenden Dörfer zu Beratungen. Hier wurde Recht gesprochen, hier erfolgten Stammesentscheidungen, hier wurden aber auch Kulte gefeiert und den Göttern geopfert.



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